Objektophilie

Ich bin in einem Schullandheim aufgewachsen, das sage ich dazu damit ihr euch das vorstellen könnt, ein seeehr langes, hohes Haus….

Allerdings wohne ich seit inzwischen neun Jahren nicht mehr dort und dementsprechend vermisst man die ein oder andere Sache:

Wir treffen uns wie oft am Hintereingang.

Du lehnst an der Wand, wie immer auf einem Bein und trotzdem fest verankert, reglos.

Ich seh zu dir hoch, du hast dich kaum verändert. Bei deinem Anblick wird mir warm.

Du bist wie immer wortlos. Ich voll Verlangen. Als meine Finger dich berühren wird mir heiß. Ich will deine glatte Kupferhaut überall berühren, verzehre mich nach deinem Kurvenkörper!

Bögen, Bögen, lange Glieder, will meine glühende Haut an deiner kühlen!

 

Es beginnt zu regnen.

 

Ich höre das Trippeln, Knistern, Rauschen: die Lusttropfen auf deinem Rohr.

Leise, lauter, ein stöhnen in den Bäumen, du bist nicht mehr stumm: gurgelst und brummst.

Ich werde feucht. Du bist so erregend!

Meine Hände wandern weiter, umfassen deinen Leib, tastend, erforschend.

Ich finde deine Rostwarzen und küsse grüne Patina.

 

Ich hangel mich an dir empor zur 1. Extase…äh entschuldigung Etage!

Du schwillst an. Ein Rauschen, Ein Brodeln, unter mir erzittert dein Körper

Ich bin nass, mein Schoß kommt vom Regen in die Traufe

Wir sind voll Lust, die Wollust bricht sich Bahn!

Ich umfange dich mit Armen und Beinen, will beim hinab gleiten mein Innerstes an deiner Rinne reiben.

Wir sind im freien Fall (Rohr)

Mit deiner prallen Ladung komme ich zusammen (an) und wir ergießen uns erschöpft auf den Boden.

Schauer ziehen übers Land. Und meine Haut.

Bis zum nächsten Mal.

– Vivien –